Klimafreundliche Energie für alle Mietparteien
txn. Mehrfamilienhäuser machen einen großen Teil des Wohnungsbestands in Deutschland aus – und werden oft noch mit veralteten Öl- oder Gasheizungen beheizt. Eine Umrüstung auf Wärmepumpen kann helfen, den CO₂-Ausstoß im Gebäudesektor spürbar zu senken.
Zwar gelten die technischen Anforderungen als komplexer als bei Einfamilienhäusern, doch mit der richtigen Planung ist die Umstellung möglich – auch im Bestand.
„Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern zu installieren ist meistens eine lösbare Aufgabe“, betont Stefan Materne, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Entscheidend sei eine gründliche Planung, die alle baulichen und technischen Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Vor der Installation sollten in jedem Fall einige zentrale Fragen geklärt werden: Welche Wärmequelle kommt infrage – Luft, Erdreich oder Grundwasser? Wo kann die Anlage aufgestellt werden – auf dem Dach, im Keller oder außen am Gebäude? Welche Heizlast muss die Wärmepumpe bewältigen, und wie gelangt die erzeugte Wärme zuverlässig in alle Wohnungen? Auch wasserrechtliche Vorgaben, Denkmalschutz und Schallschutzauflagen können eine Rolle spielen – je nach Art der Wärmepumpe und Lage des Hauses.
Herausforderungen und Lösungen im Gebäudebestand
Besonders in dicht bebauten Stadtgebieten, in denen etwa 30 Prozent der Mehrfamilienhäuser stehen, gestaltet sich die Auswahl der Wärmequelle oft schwierig. Erdbohrungen werden selten genehmigt, Grundwasserlösungen benötigen eine spezielle Erlaubnis und Luft-Wärmepumpen unterliegen strengen Schallschutzregeln. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, das Außengerät auf einem Flachdach zu montieren – wenn die Statik und die Gebäudeplanung dies zulassen.
Damit Eigentümer eine passende Lösung finden, lohnt sich eine unabhängige Fachberatung. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale hilft Privathaushalten dabei, die individuellen Voraussetzungen zu prüfen und realistische Optionen aufzuzeigen. Dabei lässt sich klären, ob etwa Komponenten im Keller, auf dem Dach oder in einzelnen Etagen installiert werden können, ob eine zentrale oder dezentrale Lösung sinnvoll ist, und ob die Wärmepumpe eventuell durch einen Gaskessel ergänzt werden sollte. Hybride Systeme sind vor allem bei älteren Gebäuden mit hohem Energiebedarf eine Option, um auch bei kalten Außentemperaturen eine zuverlässige Wärmeversorgung sicherzustellen.
Quelle: txn

